LANDLIEBE MIT DOPPEL-ÄÄ
27|02|14
 
 Versteht ihr Pfälzisch? Dann wisst ihr ja, dass ein lang ausgesprochenes [ää] bei uns keineswegs Ausdruck etwa von Verlegenheit, Ratlosigkeit oder gar Unkenntnis ist, wie man zunächst mutmaßen möge. Mitnichten, denn der Südpfälzer Lokal-Vokal Nummer eins gehört in unserem originellen Dialekt zu den tragenden Säulen freier Redekunst. Er verleiht so markanten Worten wie „Dehäämrum“, „Rääwehääsl“ oder „graadselääd“ erst köstlichen Glanz und sorgt für unerreicht charmanten Lokalkolorit, der weltweit seinesgleichen sucht.
Anlass genug, eine Hommage an das Doppel-[ää] jetzt auf die Flasche zu bringen - und hinein. Deshalb freuen wir uns heute, euch ein Cuvée einzuschenken, bei dessen Komposition Weinmacher und Designmacher die eigenwillige Südpfälzer Melange aus unkonventioneller Lebensfreude und erfrischender Leichtigkeit vor Augen hatten, und den lokalpatriotischen Ausspruch von Winzermeister Eckhard Walter im Ohr: "Wann ich mich äämol um mich selwersch dreh und säähn de Horbacher Kirchturm nimmie, dann griech ich Häämweh".
Kellergestalter nutzen jede Exkursion ans Tageslicht stante pede zu kreativer, kommerziell nutzbringender Inspiration. So geschehen auch beim "Cuvée fer Dehäämrum" aus dem Hause Fritz Walter, gleich hier "nääwedraa". Atlantisch-gigantischer Kulisse im französischen Finisterre ansichtig geworden, wehte dem Gestalter die Designidee wie eine maritime Oktoberbrise ins durchzulüftende Kleinhirn hinein (wir vermuten in diesem Zusammenhang den semantischen Ursprung von "Brainstorming"). Die weite Ferne in den Pfälzer Alltag mitnehmen, fer dehäämrum ääwe. Damit sie uns berausche, mit jedem Schluck in weiß, rot oder rosé. Die leuchtende Ikone im Bild, das Horbacher Kirchlein, der Wegweiser für Freunde von Wein und Design, von Fernweh und Häämweh (mit Doppel-ää).
 
 
ZUM JAHRESSTART: HEITERE AUSSICHTEN
14|01|14
 
 An so einem trüben Januardienstag wollen wir euch zwischendurch etwas Trost spenden, wohlig-sonnige Wärme und sogar eine leicht UV-gerötete Nasenspitze in Aussicht stellen. Mit dem jüngsten von uns mitverantworteten Gestaltungs- und Druckerzeugnis, das sich bereits im Januar einer eher sommerlichen Angelegenheit widmet: Dem Camping im Klingbachtal.
Ja, Camping ist unser Ding. Die Wahl einfacher Lebensumstände unter freiem Himmel regt die Phantasie an. Ein ausgesessener Sturm im Zelt nährt die optimistische Grundhaltung. Campingfreunde so wie wir haben bald ein neues, attraktives Reiseziel, denn hier um die Ecke, in Billigheim-Ingenheim, da wird gerade ein nagelneuer Campingplatz gebaut, direkt am Freibad, mitten im lieblichen Klingbachtal des Landau-Landes. Da hat es uns natürlich gefreut, als wir Kellergestalter als erfahrene Zeltplatznomaden von Anfang an zu Rate gezogen wurden. Einfach schöne Ferien beim "Camping im Klingbachtal" haben wir getitelt, ab Frühjahr 2014. Und den Geheimtipp "Freibad im Klingbachtal" wollen wir bei der Gelegenheit auch schon mal tief ins Worldwideweb hinein brüllen. Der nächste Sommer, liebe Kunden, Freunde und Kollegen, kommt bestimmt und der kombinierte Flyerfaltplan für Campingplatz, Freibad und Ortsgemeinde liegt ab sofort in den Tourismusbüros SÜW oder hier bereit.
 
 
ZUM JAHRESENDE WAS SÜSSES UMS MAUL
31|12|13
 
Kindermanns_Gleishorbacher_Bienenhonig  Caspar Kindermann sagt: “Meine Bienen haben ihren Lebensraum in der vielfältigen Naturlandschaft in und um Gleishorbach. Hier finden sie in den Frühlings- und Sommermonaten eine Fülle verlockender Baumblüten und Kulturpflanzen und ein buntes Sammelsurium von seltenen Wildblumen vor. Dieses Glas Honig ist das Ergebnis ihrer faszinierenden kollektiven Fleißarbeit und summasumarum ein kostbares Stück Südpfälzer Heimat." So jedenfalls haben wir seine Worte auf dem Etikett festgehalten, das wir uns jüngst für Kindermanns Gleishorbacher Bienenhonig ausgedacht haben. Aber wir wissen: Caspars stille Liebe zur Natur ist vielfach größer als unsere reklamigen Worte es je hinausschreien könnten. Dabei haben wir uns alle Mühe gegeben, sein Honigglas mit derselben Hingabe und Sorgfalt auszustatten, die er und seine Bienenbande in unermüdlichem Fleiße hineingeben. Wenn man nur einmal versucht sich vorzustellen, wie viele Bienen in der Summe hin- und herbrummen müssen, um es mit dem Goldsaft zu füllen, dann muss man sich drüber wundern, dass 1. ein einziges Glas Honig nicht hundert, sondern nur einige Euro kostet, und 2. dass respektlose Etikettierer meist noch immer unfuckingfassbar derbe Lappen drauf bappen, die eine handfeste Beleidigung für jedes (Facetten)Auge darstellen. Zu haben ist Kindermanns Bienenhonig in der Gleishorbacher Hauptstraße 35. Der Imker weist in der ihm zueigenen Bescheidenheit allerdings darauf hin, dass vom 2013er Honig aktuell nicht mehr viel da ist. Apropos: Aktuell nicht mehr viel da ist auch überhaupt vom ganzen Jahr 2013. Deshalb wollen wir heute, liebe Kunden, Kollegen und Freunde, auf diesem Wege schonmal unsere süßesten Wünsche hochladen: Euch, dass 2014 immer was wirklich Feines drin sein möge, wo das nette Äußere es verspricht. Und uns, dass wir auch 2014 immer wieder mit nettem Drumherum die Voraussetzung für den gelungenen Umkehrschluss schaffen dürfen. Ab 8. Januar im Niederhorbacher Designcenter tief unter der Oberflächlichkeit.
 
 
MERWUT - ODER SO WERDEN MARKEN GEMACHT
12|12|13
 
 Was dabei heraus kommt, wenn "Flying Winemaker" Stefan Dorst in seiner Druidenküche wochenlang mit edlem Wein, feinen Spirituosen, selber mitgebrachtem Wermutkraut und anderem geheimnisvollen Grünzeug aus seiner Wahlheimat Spanien zaubert, wollen wir euch hier einmal hinlegen: Ein Wermutwein wie nie zuvor und ein Aperitif vom Allerfeinsten. Ein schöner dreiseitiger Artikel über den guten Weingeist Dorst ist übrigens nachzulesen in der heutigen Ausgabe des Stern.
Doch eine angehende Weltmarke braucht mehr als ein gutes Produkt.
1. Einen griffigen Namen. So wie dieser: Merwut haben wir den bernsteinfarbenen Zaubertrank kurzerhand genannt, nachdem wir ihn hinreichend verinnerlicht und darüber jegliche Contenance und die Aussprache größtenteils verloren hatten.
2. Ausgefuchste Kommunikationsdesigner: So wie wir. Schnell noch ein leichtfertiges typografisches Experiment und fertig ist merkfähige Marke und marktfähiges Etikett. Ja, liebe Kunden, Freunde und Kollegen, Grafikdesign kann so einfach sein!
3. Fleißige Helfer: So wie Sophie, unsere Schnupperkurs-Praktikantin, die sich mit dem illustrativen Studium der Wermutpflanze befassen und als einzige richtig hart arbeiten musste. Und übrigens kaum fassen konnte, dass die feinen Herren Designer für solcherlei Unfug auch noch viel, viel Geld verlangen.
 
 
WAS DRIN IST, ZÄHLT: DEUTSCHER ROTWEINPREIS 2013
19|11|13
 
 

Pinotage kommt aus Südafrika und ist dort eine landestypische und verbreitete Rotweinsorte, die hierzulande allerdings kein Mensch braucht. Stefan Bietighöfer aus Mühlhofen hat es gewagt, aus Jux und Dollerei, wie er immer wieder beteuert, einen Wingert mit der anspruchsvollen Sorte zu bepflanzen und den ersten deutschen Pinotage in die Flasche zu bringen. Gut beraten war er dabei von Stefan Dorst, der auf 15 bewegte Jahrgänge Pinotage in Südafrika zurück blickt.
Gemeinsam haben sie nun als Dorst & Consorten den Deutschen Rotweinpreis für den 2. Platz bei den Neuzüchtungen entgegen nehmen dürfen. Der Kellergestalter als Teil des illustren Consortiums durfte auch mit zum feierlichen Event in Stuttgart, gratuliert hier nochmal ganz herzlich und freut sich natürlich, dass unser Atelier von Anfang an seinen kleinen identitätsstiftenden Teil zu dem rundum gelungenen Projekt beigetragen hat, das in der Weinszene immer größere Beachtung findet.

 
 
BRIGITTES LIEBLING
28|08|13
 
brigitte  

Hat uns heute total gefreut: Der Brigitte hat nicht nur der Wein geschmeckt, sondern auch die Kiste gefallen. Sommelière Nathalie Lumpp empfiehlt den Zwitscherkasten (Die Weinkiste, die ein Nachspiel hat) mit dem französischen Inhalt in der Ausgabe vom 28. August. Und die hat ja wohl echt Ahnung. Schad zwar, dass die Rotkehlchen im Garten grad anderes im Sinn haben als Frühlingsgefühle, doch die nächste Saison kommt bestimmt. Das "Cuvée de Promenade" in der von uns ersponnenen Darreichungsform haben wir hier letztes Jahr schonmal vorgestellt, und selbstverständlich haben wir es schon gekostet. An der Stelle nochmal die Bitte an alle unsere Kunden, Kollegen, Freunde und andere wackeren Naturschützer, die bereits fleißig für die Vögel trinken: Fotos von bewohnten Zwitscherkästen bitte per Mail an uns. Wer sich ebenfalls engagieren möchte, entnehme die Bezugsquelle dem Artikel. Vorgeschmack und Bauanleitung hier.

 
 
LÄBDAACH IN HORBACH
13|08|13
 
Silzdressing2013  

Unsere Stammkunden wissen es bereits - und längst ist es Bestandteil unserer besonderen Geschäftsbedingungen: In den Tagen um das zweite August-Wochenende stehen wir 1. zeitlich und fachlich nur begrenzt zur Verfügung und 2. auch für groben Unfug nicht gerade. Da ist nämlich Horbacher Weinkerwe, also die höchsten Feiertage in unserem putzigen Dörfchen. So auch in diesem Jahr - so auch heute. Am heutigen Kerwedienstag klingt das Festival mit dem traditionellen "Silzsalad" aus. Unkundige und Ortsfremde mögen herbeieilen oder sich hier im Horbacher Kerwelexikon über die besonderen örtlichen Spezialitäten und sonstige Horbacher Mundart informieren. Das Dressing haben wir höchstselbst zubereitet und in der Küche, liebe Kunden, Freunde und Kollegen gehen wir nach ähnlich primitivem Grundrezept vor wie in der Gestaltung: frische Zutaten, absonderliche Ideen und einfach mal machen. Manchmal schmeckt's dann auch. Mahlzeit!

 
 
URLAUBSREIF 2
23|07|13
 
LD-Landkarte  

Gar nicht so leicht, den Leuten zu erklären, was eigentlich Landau-Land ist. Klar, das Land um Landau drumherum, also das Landauer Umland. Aber halt nicht alle Dörfer, denn da gibt es ja auch die Dörfer, die man zu Landau-Stadt hinzuzählt, bei aller Landauer Ländlichkeit Stadtdörfer sozusagen. Und jetzt erklär mal den Leuten, vor allem wenn sie von weiter her kommen, was eine Verbandsgemeinde ist. Langer Rede kurzer Sinn: Wir hatten diese Aufgabe und zeigen mit der soeben erschienenen Landau-Landkarte die schönen Seiten im Landau-Land. Eine ganze Schubkarre voller Infos über Sehenswürdigkeiten, Wander- und Radwege und mehr wollten hierfür sortiert, verarbeitet und in eine ansprechende Form gebracht werden, so dass der Tourist im Landau-Land auch sofort erkennt, auf welch herrlichem Flecken er da gelandet ist. Nur gut, dass die netten Damen vom Tourismusbüro Landau-Land in Leinsweiler die ächzende Karre uns nicht einfach vor die Kellertür gedrückt und abgekippt haben, sondern in einer so angenehmen und hilfreichen Weise mitgedacht und mitgemacht haben, dass es zum einen für uns die helle Freude war, zum anderen einmal mehr dazu führte, dass ein Honorarangebot der Kellergestalter am Ende klar unterschritten wurde (zur hellen Freude unseres Kunden). Zu haben ist die Landau-Landkarte im Tourismusbüro Leinsweiler und bei der Verbandsgemeindeverwaltung Landau-Land in Landau. Also mitten in der Stadt. Ts, das versteh jetzt mal einer...

 
 
URLAUBSREIF
22|07|13
 
 

Familie Kurz aus Edenkoben hat dem Hotel Prinzregent jetzt das Hotel Luitpold zur Seite gestellt und jüngst eröffnet. Wir waren dabei. Und so wie für das eine, haben wir auch dem anderen eine Hausbroschüre konzipiert. Bei allem Respekt vor geräumigen Zimmern, riesigen Flachbildschirmen, luxuriösen Bädern und vielen weiteren dollen Sachen, die so ein nagelneues Haus zum Viersterne-Genusshotel machen, überzeugte uns doch vor Ort vor allem eines: die herrliche Landschaft, die jeden Gast bei jedem Blick aus jedem Fenster anlacht. Fotografisch und für die Südpfalz ungewohnt dramatisch in Szene gesetzt hat dies einmal mehr unser Freund Hans Georg Merkel aus Landau. Herausgekommen ist, glauben wir, ein einprägsamer und einladender Vorgeschmack auf einen schönen Urlaub. Hier geht es zum Hotel Luitpold in Edenkoben. Apropos urlaubsreif: Wir sind wirklich fertig und werden den Rest vom Juli, und vielleicht noch ein bisschen vom August die Füße hochlegen. Basta.

 
 
WISSEN SCHAFFT GENUSS
03|05|13
 
Weinforscher_AZ_DINA5  

Welcher Südpfälzer kennt ihn nicht , den Flecken bei Siebeldingen mit dem markanten Turm? Doch was schaffen die da oben auf dem Geilweilerhof bloß, mag mancher sich schon einmal gefragt haben. Vielfalt schaffen die da, wie wir erfuhren. Hier ist eine Keimzelle feiner Rebensart. Hier forschen und züchten die Wein- und Kulturbeauftragten der Republik in ihren Laboratorien und Versuchskulturen so lange, bis neue Rebsorten in An- und Ausbau überzeugen und auf den Markt gebracht werden können. So wie der Morio-Muskat oder der Regent, die auf dem Geilweilerhof ihre Wurzeln haben. Aber, wie wir auch erfahren haben, weiß man da oben auch zu feiern. Das ist praktisch Teil der wissenschaftlichen Versuchsanordnung, weil das Ergebnis einer jeden Pfälzer Rebenzucht sich jedenfalls und vor allem unter weinfestlichen Echtbedingungen bewähren muss - und was nachher den Weinfreund nicht voll überzeugt, das braucht auch keiner im Wingert.

"Wissen schafft Genuss". Unser nahezu geniales Motto bringt Forschungsgegenstand und -zweck auf den Punkt, und es steht darüber hinaus für das rauschende Sommerfest, das in Bälde auf dem Geilweilerhof gefeiert wird: die "Nacht der Weinforscher" am 5. Juli 2013. Sie will mehr vermitteln als launige Weinseligkeit. Nämlich den Zusammenhang (und den Unterschied) zwischen Versuchen und Probieren, zwischen der Leidenschaft wissensdurstiger Forscher und dem Forschungsdrang unersättlicher Genießer, und was passiert, wenn beides auf anspruchsvolle Art zusammenkommt. Erst wird geschafft, dann wird genossen. Guter Geschmack will hart erarbeitet werden von hochdotierten Wissenschaftlern und ehrenamtlichen Kulinarforschern. Die "Nacht der Weinforscher" ist aber auch auch eine Wein-Zeit-Reise: Nirgendwo sonst lassen sich längst vergessene Sorten wie etwa der "Gänsfüßer" verkosten. Und nur hier kann man einen Schluck in die Zukunft wagen: mit dem innovativen V-820/2-Schorle (oder so ähnlich) zum Beispiel, den es hier exklusiv auf die Hand gibt.

Der Geilweilerhof veranstaltet die vinophile, köstliche, musikalische Nacht der Weinforscher in Zusammenwirkung mit dem Verein Südliche Weinstraße Landau-Land. Im Leinsweilerer Büro für Tourismus könnt ihr euch die Teilnahmescheine zum Experiment am eigenen Leibe sichern und jenes Infomaterial abgreifen, das wir im Kellerlaboratorium destilliert und illustriert haben. Wir haben euch den Flyer hier mal ausgelegt.

 
 
 
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